Warum wir tun, was wir tun

Burkina Faso bedeutet auf Moré "Land der aufrichtigen Menschen". Ein Binnenland in Westafrika und eines der ärmsten Länder der Welt. Der Norden liegt in der Sahelzone. Das Land hat mit 71% die zweithöchste Analphabetenrate.

Die Idee

Familien, die ihre Kinder nicht mehr ernähren können, bringen diese vom Land zu Verwandten in die Stadt, in der Hoffnung, dass diese für sie sorgen können. Oftmals ist die Situation in der Pflegefamilie genauso prekär. Schon bald sind diese Kinder sich selbst überlassen und landen nicht selten auf der Strasse. Mit kleinen Diebstählen oder als Gelegenheitsarbeiter halten sie sich über Wasser. Zwei einheimische Brüder wollen diesem Übel mit dem Bau eines Heims für Strassenkinder entgegenwirken.

Die Entwicklung

Mit dem Entwicklungshelfer Jean-Marie Lack vom Hilfswerk Nouvelle Planète in Lausanne bereisen Hans und Marianne Theurer 1993 Burkina Faso. Sie besuchen verschiedene Entwicklungsprojekte und stossen dabei auf Joanny und Jean-Paul Tabsoba. Der Staat stellte den Brüdern 2.5 Hektaren Land zur Verfügung mit der Auflage, dass innert drei Jahren Kinder in ein Heim einziehen können. Das Projekt beeindruckt sehr und lässt Hans und Marianne auch nach ihrer Rückreise in die Schweiz nicht mehr los.

Unser Projekt

Das Knabenheim Béog-Neeré

Kiswendsida, gegründet von Joanny Tabsoba, ist eine Entwicklungsorganisation ohne wirtschaftliche Interessen, die politisch und konfessionell unabhängig ist. Ihr Ziel ist es, die nötigen Voraussetzungen zu schaffen, Kindern ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Ein 2,2 Hektaren grosse Grundstück, 10 Kilometer nördlich der Hauptstadt Ouagadougou im 9. Arrondissement im Bezirk Kamboinsin wird mit Hilfe von Jeune sans frontière, Schweiz, zur Hälfte mit einer Mauer umfasst. Im diesem Teil entstehen, wiederum mit Hilfe von Jugendlichen aus der Schweiz, die ersten Gebäude. Ein Haus, in dem ein Schlafraum und ein Schulzimmer untergebracht sind, vier Duschkabienen sowie eine Reihe Toiletten werden als erstes gebaut. Ein offener Ess- und Versammlungsraum, eine Küche mit vier Holzfeuerstellen, sowie ein Bürogebäude mit einer Krankenstation runden die Infrastruktur ab. In 16 Metern Tiefe, stiess man auf ergiebiges Grundwasser und ein handbetriebener Brunnen wurde gebaut. Das Wasser für Dusche und WC muss mit einem Eimer von der Wasserstation geholt werden. Der zweite, nicht mit einer Mauer versehene Teil, wird mit einem Maschendrahtzaun umgeben. Er wird der Landwirtschaft dienen. Diese Infrastruktur wurde mit Geld vom Verein Hilfswerk für Heim- und Strassenkinder Burkina Faso mit Sitz im Zollikerberg Schweiz gebaut.

1995 können die ersten Kinder ins Heim einziehen. Der Morgen wird der Gartenarbeit gewidmet und am Nachmittag lernen die Kinder lesen und schreiben. Eine Schule können sie noch nicht besuchen, da ihnen die Fähigkeiten dazu fehlen. Es wird eigens ein Lehrer für sie angestellt.