Unsere Kinder heute

Unsere fröhliche Kinderschar

Gruppenbild

Im Moment leben 28 Kinder im Heim zwischen 8 und 17 Jahren. Sie alle besuchen die Schule auf dem Gelände oder sind in einer höheren Schule eingeschrieben. In der Freizeit lieben sie das Fussballspiel, das sie oft barfuss auf dem rauen Untergrund spielen. Sie sind in drei Schlafräumen untergebracht. Im vierten Raum werden bei schlechtem Wetter die Hausaufgaben erledigt.

Um im Heim Béog-Neeré aufgenommen zu werden, muss vom Erziehungsberechtigten ein Antrag beim Sozialamt eingereicht werden. Dieses prüft die Notwendigkeit, ob ein Kind fremdplatziert werden kann und sofern es ein freier Platz hat. Wird der Antrag positiv bewertet wird das Amt ihrerseits beim Verein Kiswendside vorstellig. Unser Heim hat Platz für dreissig Kinder.

Nourou Abdoul Tiemtoré

24. Januar 2010

Nourou wird als drittes Kind in Basnéré geboren. Die junge Familie zieht nach Bakara, wo sie Ackerland ersteht. Der Vater heiratet nach einiger Zeit eine zweite Frau. Die Familie lebt friedlich und respektvoll zusammen und bekommen noch zwei weitere Kinder. Leider verunfallt der Vater beim Hantieren mit einem Gewehr und verliert seine linke Hand. Trotz diesem tragischen Vorfall gibt Nourous Vater nicht auf, sondern konzentriert sich auf seine Arbeit. Er bestellt den Acker und sorgt sich um sein Vieh. Leider ist die finanzielle Versorgung nicht ausreichend. Seine zweite Frau erleidet häufig Ohnmachtsanfälle und eine seiner Töchter leidet an der Sichelzellenerkrankung. Sie stirbt 2020 an der heimtückischen Krankheit. Mit all den Bemühungen und Anstrengungen ist es dem Vater vergönnt, angemessen für seine Familie zu sorgen. Nourous Mutter erledigt praktisch alle Arbeit und sie leidet so sehr, dass Nourous Grossmutter mütterlicherseits beschliesst, Hilfe für Nourou, der im schulpflichtigen Alter ist, zu suchen. Sie wendet sich direkt ans Zentrum Béog-Neeré und bittet darum, Nourou ins Heim bringen zu dürfen. Die Leiterin des Heim kennt die Situation dieser Familie bereits und entspricht ihrem Wunsch. Zum Schuljahresbeginn 2017 wird Nourou in die grosse Familie aufgenommen. Er benimmt sich sehr gut, ist ruhig und respektvoll. Seine schulischen Leistungen sind bis zum Tode seiner Schwester ausgezeichnet. Sie haben sich verschlechtert, er ist aber sehr bemüht, seine Noten zu verbessern. Er möchte Polizist werden.

Paul Sawadogo

25. November 2008

Paul wird in Ouagadougou als erstes Kind seiner Mutter geboren. Nach ihm werden noch zwei Buben die Familie vervollständigen. Pauls Mutter wird mit einem Bauern aus dem Nachbardorf zwangsverheiratet, der bereits einen Sohn hat. Nach einigen Jahren verstirbt ihr Mann unerwartet und Pauls Mutter bleibt alleine mit ihrem Stiefkind zurück. Angesichts ihres jungen Alters und mit der Zustimmung beider Familie wird sie noch einmal zwangsverheiratet, diese Mal mit dem jüngeren Bruder ihres verstorbenen Mannes. Aus dieser Verbindung geht Paul hervor. Pauls Vater arbeitet an einer Tankstelle in einem Dorf nahe Ouagadougou. An seinem Arbeitsort rastet er das erste Mal mit einem irren Wutanfall aus. Er verliert seine Anstellung und ohne finanzielle Absicherung bekommt er auch keine medizinische Hilfe. Unter dem Einfluss seiner Wutanfälle traumatisiert er seine Familie und misshandelt seine Frau vor den Augen der Kinder. Sie trägt immer wieder gravierende Verletzungen davon. Sie verlässt aufgrund der Folterungen ihres Mannes den ehelichen Hof und findet Zuflucht bei Pauls Grossmutter väterlicherseits. Auch dort wird sie von ihrem Mann gequält. Der Gesundheitszustand und das Verhalten des Vaters gerät zunehmend ausser Kontrolle. Pauls Mutter geht auf die Strasse, um zu betteln. Dort lernt sie eine Frau kennen, die bei der Bürgermeisterin des Bezirkes NR. 9 angestellt ist, im gleichen Bezirk in dem sich auch das Kinderheim befindet. Diese Frau bringt sie freundlicherweise zu einem Sozialarbeiter der Stadtverwaltung. Der bittet Kiswendsida um Unterbringung des ersten Sohnes, der Vollwaise ist, ins Heim. Da dieses Kind bereits 14 Jahre alt ist wird an seiner Stelle Paul im Januar 2028 aufgenommen. Er ist ein ruhiges Kind mit sehr gutem Benehmen. Er hilft bei allen Arbeiten im Heim und ist einer der besten Schüler seiner Klasse. Er möchte Polizist werden.

Alain Tassembédo

28. November 2005

Alain und seine Zwillingsschwester werden in Ouagadougou geboren und sie bekommen nach drei Jahren noch eine kleine Schwester. Der Vater arbeitet als Nachtwächter in einem Unternehmen. Eines Nachts wird ihm bei seiner Arbeit übel. Der Zustand verschlechtert sich und er stirbt noch in der Nacht. Er hinterlässt seiner Frau drei Kinder im Alter von einem bis vier Jahren. Bald danach stirbt auch der ältere Bruder des Vaters, der seinerseits vier Kinder hinterlässt. Die verwitwete Mutter bleibt vorerst in der Grossfamilie, die sie aber bald verlässt. Die Kinder bleiben beim Onkel, der Hilfsarbeiter und mit den vielen Kindern völlig überfordert ist. Sein Einkommen reicht nicht aus, seine eigenen - geschweige all die vaterlosen Kinder zu versorgen. Er macht sich auf den Weg ins Zentrum Béog-Neeré, von dem er gehört hatte. Er wird angewiesen, seine Situation dem Sozialamt zu schildern. 2012 wird Alain ins Heim aufgenommen. Alain ist ein ruhiges, gut integriertes Kind, das gerne bastelt und sich im Kreise seiner Kameraden wohlfühlt. Er möchte Polizist werden.

Alfred Kaboré

2. März 2003

Alfred wird in Basoulé geboren und hat vier Geschwister. Sein Vater ist bei einer Firma angestellt und führt mit seiner Famlilie ein harmonisches Leben. Im Laufe seiner Karriere erleidet er einen Anfall. Der Vater wird sehr krank und kann nicht mehr arbeiten. Im Wahn misshandelt er immer wieder seine Frau, die sich die grösste Mühe gibt, die Familie irgendwie durchzubringen. Weil der kranke Vater seine Frau und die Kinder nicht mehr ernähren kann, versinkt die Familie zusehends in der Armut. Die Brüder des Vaters kümmert sich um die Pflege des Vaters und kommen der Familie oft zu Hilfe. Die Mutter bettelt auf der Strasse, um ihre noch kleinen Kinder irgendwie mit Essen zu versorgen. Sie lernt die Vereinigung Kiswendsida kennen und bittet um Unterstützung für ihre Kinder. 2010, als 7jähriger darf Alfred ins Heim eintreten. Er durchläuft die Schulen Maurice Lac und das Lycéé Crétienne (LAC) und bildet sich im Lycée Privé de Formation Technique Saint Solange zum Automechaniker aus. Er liebt die Musik und beherrscht die Trommel wie kein zweiter, die Rhythmen fliessen nur so aus seinen Fingern. Alfred ist ein sehr gesprächiger liebenswürdiger Jugendlicher, der sich sehr für seine Mitmenschen und die Umwelt interessiert.

Brayan Ouédraogo

26. November 2009

Brayan wird als mittleres von drei Kindern in Ouagadoudou geboren. Der Vater ist Chauffeur in einer privaten Organisation, erkrankt aber einige Jahre nach Brayans Geburt. Er begibt sich in ärztliche Behandlung, doch sein Zustand bessert sich nicht und er wird aggressiv seiner Frau und seinen Kindern gegenüber. Die zu dieser Zeit schwangeren Mutter flüchtet in die Familie des Bruders ihres Mannes, um den Misshandlungen zu entgehen. Das geht eine Weile gut, bis der Vater sie bei seiner Familie aufspürt. Nun ist sie gezwungen, Zuflucht bei ihrer Familie zu suchen. Die Gesundheit des Vaters bessert sich und die Familie zieht wieder zusammen. Der Vater ist aber nicht mehr in der Lage für die Familie zu sorgen, sodass Brayans Mutter diese Rolle übernimmt. Das Zusammenleben bleibt nur von kurzer Dauer, da die Anfälle des Vater wieder aufflammen. Er zwingt die Kinder immer wieder, seine Medikamente zu schlucken und treibt sich mit ihnen auf den Strassen herum. Das Leben der kleinen Familie wird unerträglich und die Mutter beschliesst, ihr Zuhause endgültig zu verlassen. Der Vater wird in ein Pflegeheim verlegt. Brayan und sein kleiner Bruder werden in die Obhut des Grossvaters väterlicherseits gegeben, der aber über keinerlei finanziellen Mittel verfügt und keiner Arbeit nachgeht. Die Grossmutter versorgt nicht nur die Enkel, sondern auch den Grossvater, Brayans Vater und seinen Onkel mit ihren mageren Verdiensten. Der Grossvater sucht das Sozialamt auf und bittet um Hilfe für die Enkel. Brayan, der im schulpflichtigen Alter ist, wird im September 2015 ins Heim aufgenommen. Brayan ist ein offener, fröhlicher Bub, der sich mit seinen Kameragen sehr gut versteht. Er möchte Automechaniker werden.

Christophe Traoré

21. August 2010

Christophe wird als drittes Kind in Ouagadougou geboren. Ihm folgt nach neun Jahren noch ein Bruder. Der Vater versucht seine Familie als Gebäudeelektriker durchzubringen auch wenn er den Beruf nie erlernt hat. Es gibt nicht genug Arbeit für ihn und die Familie lebt von der Hand in den Mund. Die Lasten sind erdrückend, da keine Ersparnisse da sind. Ein warmherziger Nachbar unterstütz die Familie immer wieder. Nachdem der in Rente gegangen ist, kann auch er der armen Familie nicht mehr beistehen. Das Leben wird immer schwieriger und der Vater fängt an, gepanschten Alkohol zu trinken. Der Alkohol beschert ihm eine Leberzirrhose. Christophes Mutter geht in fremde Häusern putzten. In ihrer finanziellen Situation ist sie gezwungen, immer wieder ihre Familie oder andere Personen um Unterstützung zu bitten. Überfordert mit der Pflege des kranken Mannes und der Schwierigkeit, die drei Kinder richtig zu versorgen, beantragt sie beim Sozialamt um wohlwollende Prüfung, Christophe im Heim Béog-Neeré unterzubringen zu können. Angesicht der Dringlichkeit stimmt der Verein zu, Christophe im zweiten Quartal 2018 im Zentrum aufzunehmen. Der Vater stirbt 2022 an seinem Leiden. Christophe ist ein angenehmer und ruhiger Bub mit gutem Benehmen. Er möchte Soldat werden.

Gilkibli Doubaré

5. August 2008

Gilkibli wird als erstes Kind in Irim geboren. Bereits nach 18 Monate bekommt er einen Bruder und muss abgestillt werden. Die Eltern können in Ermangelung von Geld keine künstliche Milch kaufen. Sie ernähren den Buben mangelhaft, sodass Gilkibli kränklich und so schwach wird, dass sein Überleben fraglich ist. Dieser Zustand veranlasst die Grossmutter mütterlicherseits, Gilkibli zu sich zu holen und ihn mit Heilkräutern wieder gesund zu pflegen. Er lebt seither bei seinen Grosseltern in Kamboinsin. 2016 stirbt sein Grossvater, worauf die restliche Familie den Hof ohne Wissen der Grossmutter verkaufen will. Als sie davon erfährt, bringt sie die Besitzurkunde an einen sicheren Ort, um einem Verkauf vorzubeugen. Sie will nicht auf der Strasse leben. Daraufhin wird die Grossmutter ihrem Schicksal überlassen. Sie fegt Sand zusammen, den sie verkauft um Essen für sich und Gilkibli zu kaufen. Der Bub gerät immer mehr ausser Kontrolle und steht kurz davor, auf der Strasse zu landen. Da es ihr nicht mehr gelingt, richtig für ihr Enkelkind zu sorgen, wendet sie sich ans Sozialamt. Dieses nimmt mit dem Verein Kiswendsida Kontakt auf und bittet um die Aufnahme in das Zentrum. Dem Antrag wird stattgegeben und 2016 folgt die Eingliederung ins Heim. Gilklibli ist ein ruhiges Kind, das gerne das ganze Jahr über im Heim bleiben möchte. Er möchte Soldat werden.

Hyacinthe Tiendrebéogo

17. August 2011

Hyacinthe wird als drittes Kind in Koura geboren. Der Vater arbeitet als ausgebildeter Krankenpfleger. Leider erkrankt er schwer und auch mit bester Pflege wird er nicht gesund. Sein ältere Bruder holt den Vater zu sich ins Dorf um ihn mit einer traditionelle Behandlung zu heilen. Die Mutter und die Kinder bleiben in Kaya zurück. Sie geht einige Tage später ins Dorf, um sich nach dem Gesundheitszustand ihres Mannes zu erkundigen. Ihr Schwager sieht sie im Hof und beginnt, sie zu beschuldigen, die Ursache für die Krankheit ihres Mannes zu sein. Er schlägt sie und vertreibt sie vom Hof. Unverrichteter Dinge kehrt sie zu den Kindern zurück. Der Vater von Hyacinthe stirbt an den Folgen der Krankheit. Danach verkauft der jüngere Bruder die Parzelle seines verstorbenen Bruders und gibt vor, das Geld für die Beerdigung zu verwenden. Das ist gelogen. Die Familie ihres Mannes beschimpfen die Mutter bis heute als Diebin und Hexe. Leider hat der Vater zu Lebzeiten grosse Schulden angehäuft. Die Mutter bleibt mittellos zurück und findet sich mit ihren Kindern auf der Strasse wieder. Sie kratzt Sand vom Boden, um ihn zu Geld zu machen und um die Not ihrer Kinder zu lindern. Einzig die Familie ihrer Schwester, besonders ihr Schwager, ein pensionierter Lehrer, hilft ihr. Angesicht der schwierigen Lebensumstände von Hyacinthes Mutter tritt der Schwager, der das Zentrum Béog-Neeré schon lange kennt, an den Verein Kiswendsida heran, um für Hyacinthe ein Platz im Heim zu erbitten. Seiner Fürsprache wird Folge geleistet und Hyacinthe wird im September 2018 aufgenommen. Er fühlt sich im Zentrum wohl und gehört zu den fünf besten Schüler seiner Klasse. Im Mai 2023 besteht er die Aufnahmeprüfung für das PMK - Prytanéö Militaire de Kadiogo. Er möchte Richter werden.

Kevin Compaoré

14. März 2008

Kevin wird in Ouagadougou geboren. Die Ehe der Eltern gestaltet sich als sehr schwierig. Der Vater kommt mit seinem Leben nicht zurecht und beginnt zu trinken. Er verfällt immer mehr dem Alkohol und dies führt zu Konflikten in der Ehe. Die Mutter kehrt zu ihrer Familie zurück. Kevin ist noch nicht einmal ein Jahr alt, verlässt ihn seine Mutter und übergiebt den kleinen Bub der sehbehinderten Grossmutter väterlicherseits. Sie betreut das kleine Kind und sorgt sich rührend um sein Wohlergehen. Kevin folgt ihr überall hin. Kevin hilft auf dem Hof aus oder treibt sich auf dem Markt herum. Oft hat er nichts zu essen und sucht im Busch nach etwas Essbarem. Er sollte bereits in der Schule eingeschrieben sein, aber es fehlen die Mittel, ihn einzuschulen. Der Vater erkannt die Situation und spricht bei der Direktorin von Béog-Neeré vor, die ihrerseits nicht zögert, die Situation dem Verein Kiswendsida zu schildern. Kevin wird 2014 ins Heim aufgenommen und fühlt sich unter den Buben sehr wohl. Er möchte eine Militärlaufbahn einschlagen.

Louis Soré

25. Juli 2007

Louis wird in Dapélogo geboren. Seine Mutter lässt sich mit Louis Vater ein und wird schwanger, trotzdem sie einem anderen Mann aus dem Dorf versprochen ist. Daraufhin lehnen beide Familie eine Verbindung der jungen Leute ab und Louis Vater verlässt das Dorf. Eine Woche nach der Geburt zwingen die Eltern die junge Mutter, das Baby loszuwerden und es der Grossmutter väterlicherseits zu übergeben. Die Mutter setzt das Kind hinter der Hütte der Grossmutter aus, heiratet und zieht mit ihrem neuen Mann an die Elfenbeinküste. Louis hat seine Mutter nie kennen gelernt. Die Grossmutter, die über keine eigenen Geldmittel verfügt, nimmt sich seiner an. Der Grossvater will das Kind nicht auf seinem Hof haben und verlangt von der Grossmutter, das Kind wegzugeben, was sie nicht tut. Als Folge davon wird sie mit dem Kind aus ihrem Zuhause vertrieben. Die Lebensumstände sind für die Grossmutter sehr schwierig, aber sie kämpft ums Überleben von Louis. Sechs Monate verbringen die Beiden in einem Zentrum, das sich um unterernährte Kinder kümmert. Louis überlebt und kommt wieder zu Kräften. Im Alter von fünf Jahren beginnt Louis, sich in der Wildnis herumzutreiben. Die Grossmutter kann ihn nicht mehr kontrollieren und bringt ihn zu ihrem älteren Bruder. Leider stirbt ihr Bruder und Louis ist erneut auf sich alleine gestellt. Die Grossmutter ist in grosser Sorge und geht zur Leitung von Béog-Neeré und erzählt die traurige Geschichte ihres Enkels. Sie weigert sich, das Zentrum zu verlassen, bis Louis einen Platz findet, an dem er ein menschenwürdiges Leben führen kann. Nachdem auch ein Onkel für die Unterbringung des Buben ersucht, wird Louis gleichentags im November 2013 ins Heim integriert. Louis ist respektvoll, hilfsbereit und verhält sich seinen Kameraden gegenüber sehr kameradschaftlich. Er möchte Soldat werden.

Maxime Ouédraogo

31. Dezember 2004

Maxim kommt in Ouagadougou als Ältester von vier Kindern zur Welt. Der Vater arbeitslos und ohne Perspektive für eine Einnahmequelle versucht sein Glück an der Elfenbeinküste, wohin er die ganzen Familie mitnimmt. Er versucht verzweifelt, Arbeit auf einer der Plantagen zu finden, bleibt aber chancenlos. Er schickt seine Familie wieder zurück nach Burkina. Alleine im fremden Land, ohne Arbeit und ohne Aussichten auf Erfolg, bricht er den Kontakt mit seiner Familie ab und geht eigene Wege. Die Mutter versucht sich als Wäscherin und Raumpflegerin, um etwas für den Lebensunterhalt zu verdienen. Mit ihrem bescheidenen Einkommen, kann sie die Gebühren für die Schule ihrer zwei Töchter nicht mehr bezahlen. Nach der Rückkehr von der Elfenbeinküste lebt sie wieder im Hof ihrer eigenen Familie. In diesem Hof betreibt Béog-Neeré die Schulküche Sounog-Zaka, die den Kinder der Dorfschule jeden Tag ein nahrhaftes Mittagessen schenkt. Die Mutter tritt an die Quästorin von Kiswendsida heran und bittet um Unterstützung für Maxim. Die Quästorin kennt die ausweglose Situation der Familie und unterstütz den Antrag bei den Behörden. Im September 2010 darf Maxim ins Heim eintreten. Er ist ein ruhiger, angenehmer Jugendlicher, der aktiv an den täglichen Begebenheiten teilnimmt. Er ist seinem Berufswunsch Speditionskaufmann mit der Ausbildung an der ESTH-IHTI, der Formation Professionelle en Transit, einen grossen Schritt nähergekommen.

Parfait Ouédraogo

19. April 2007

Parfait wird in Foungo als einziges Kind seiner Eltern geboren. Sein Vater ist professioneller Fischer und diese Tätigkeit führt ihn an verschiedene Orte in In- und Ausland . Er lässt sich im Laufe der Zeit in Gobousgou nieder, wo er seine Frau kennenlernt. Leider hält diese Verbindung nicht lange und sie trennen sich. Die Mutter kehrt mit ihrem Kind zurück zu ihrer Familie. Als Parfait fünf Jahre alt wird, holt ihn der Vater weg von seiner Mutter und bringt ihn dauerhaft in sein Dorf Poédogo. Da er keine Frau hat, vertraut er Parfait der Familie seines polygam lebenden kleineren Bruder an, der drei Frauen und mehr als ein Duzend Kinder hat. Beim hantieren mit einem Jagdgewehr, verletzt sich der Vater schwer und verliert seinen linken Unterarm. Der Vater kann seiner Tätigkeit nicht mehr nachgehen und die volle Verantwortung für alle Familienmitglieder lastet auf den Schultern des Onkels. Der ist Bauer und verdient nicht genug, um für alle Bedürfnisse der Grossfamilie aufzukommen. Ein Freund des Onkels bemerkt bei einem Fest die Anwesenheit Parfaits und erkundigt sich über das Kind. Die Geschichte und die Behinderung des Vaters berühren den Freund der Familie und er bietet dem Vater seine Unterstützung auf der Suche nach einem Kinderheim für Parfait an. Er nimmt Kontakt mit der damaligen Direktorin von Béog-Neeré auf, die nach der Anhörung der Situation zustimmt, Parfait ins Heim aufzunehmen. Zuerst muss der Vater beim Sozialamt einen Antrag stellen, der zu seinen Gunsten ausfällt. Seit Oktober 2017 wohnt Parfait in der Gemeinschaft des Heims, wo er sich wohlfühlt. Er ist respektvoll, fleissig und hat ein grosses Talent für das Schauspiel. Er möchte Arzt oder Bauingenieur werden.

Richard Ouiya

5. April 2007

Richard wird in Bologo als zweites Kind geboren. Er bekommt noch zwei Schwestern und ein Bruder. Sein Vater arbeitet in seiner Jugend an der Elfenbeinküste auf der Plantage seines Cousins und später als Wächter auf einem Hof. Er lernt seine Frau kennen und heiratet sie. Durch den Krieg geraten sie in grosse Schwierigkeiten und fliehen mit leeren Händen nach Burkina, wo sie sich in seinem Heimatdorf niederlassen. Der Vater begnügt sich, seinen Brüdern bei der Feldarbeit zu helfen. Ohne richtige Anstellung und ohne Finanzen beschliesst er, in die Hauptstadt zu ziehen um Arbeit zu finden. Zur gleichen Zeit sucht Béog-Neeré einen Nachtwächter für das Zentrum. Er bewirbt sich für diesen Posten und wird eingestellt. Er holt seine Familie zu sich und mietet ein kleines Häuschen in der Nähe. Es ist so klein, dass Richard keinen Platz darin findet. Er begleitet seinen Vater bei Wind, Regen und Sturm jede Nacht ins Heim und ist dem entsprechend oft krank und leidet immer wieder an der heimtückischen Krankheit Malaria. Der Vater verfügt über keine Mittel, um teure Medikamente zu kaufen oder das Schulgeld zu bezahlen. Erschwerend kommt dazu, dass er auch für die Pflege seines behinderten Sohnes aufkommen muss. Der Vater sorgt sich um sein Kind und setzt sich für die Unterbringung von Richard ins Heim ein. Diesem Wunsch wird nach der Abklärung stattgegeben. Das Zentrum übernimmt auch das Schulgeld für die zwei kleineren Geschwister von Richard. Richard wird im September 2015 im Heim integriert. Er benimmt sich vorbildlich, ist respektvoll und hilfsbereit. Er möchte eine Militärlaufbahn einschlagen.

Sidwaoga Ziwaga

7. Dezember 2003

Zidwaoga wird in Manéga als zweites Kind geboren. Neun Jahre später kommt die Schwester zur Welt. Die junge Familie zieht nach Kamboinsin, wo der arbeitslose Vater mit dem Gemüseanbau beginnt. Der Vater wird schwer krank und kann sich wegen mangelnden Finanzen nur mit traditionellen Methoden behandeln lassen. Nach mehreren Misserfolgen wird er von Verwandten ins Spital gebracht, aber auch dort verbessert sich sein Zustand nicht. Schliesslich erliegt er seiner Krankheit. Sidwaogas Mutter muss sich den Widrigkeiten des Lebens stellen und beginnt mit dem Verkauf von Sand. Es dauert Tage, bis ein guter Haufen zusammen gefegt ist. Ihre beiden grossen Kinder sind schon mit jungen Jahren als Maurerhelfer unterwegs. In der Regenzeit bestellen sie die leere Parzelle und bauen Gemüse an. Die Mutter kümmert sich mehr um das leibliche Wohl ihrer Kinder als um den Schulbesuch. Besuchen sie endlich die Schule, so werden sie wegen unbezahlter Schulgebühren immer wieder vor die Türe gesetzt. Ein Gesetzt verbietet es im Bezirk, in dem die Familie wohnt, das zusammenfegen von Sand. Nach einer Kontrolle wird die Mutter von Beamten überrascht und festgenommen. Ihre Werkzeuge werden beschlagnahmt und ins Rathaus gebracht. Auf dem Polizeistation schildert die Mutter ihre schwierigen Lebensumstände. Die Sozialbehörde stellt einen Antrag für die beiden Söhne im Heim Béog-Neeré . Leider hat es nur einen Platz und Sidwaoga kann im Januar 2013, bereits zwölfjährig in die Gemeinschaft eintreten. Sidwaoga ist von Natur aus ruhig, respektvoll und beliebt bei seinen Mitschülern. Er ist im zweiten Jahr am Lyssa Privé de Formation Technique Sainte Solange eingeschrieben. Er möchte Automechaniker werden.

Stéphane Nanéma

2. August 2005

Stéphane wird als zweites Kind in Bangasse geboren. Dem Ehepaar werden noch einmal drei Knaben geschenkt. Der Vater arbeitet als Privatchauffeur. Er verliert die Anstellung, da er seine Arbeit vernachlässigt und seine krank gewordene Frau pflegt. Die Mutter leidet an der Sichelzellenanämie. Sie wird mehrmals traditionell und modern behandelt, aber ohne Erfolg. Ihr Gesundheitszustand verschlechtert sich von Tag zu Tag und sie wird auf die Intensivstation in ein Spital eingeliefert. Stephans Vater weicht seiner Frau 45 Tage und Nächte nicht von der Seite. Das Ersparte schrumpft mit jedem Tag, bis er die Kosten zur Behandlung nicht mehr bezahlen kann. Er muss seine Frau mit nach Hause nehmen und mit der traditionelle Behandlung fortfahren. Fast scheint es, dass es der Mutter wieder besser geht, aber der Schein trügt. Sie stirbt eines Nachts im Schlaf und lässt ihren Mann und die vier Söhne, darunter ein sechsmonatiges Kind zurück. Das kleine Kind stirbt bald nach seiner Mutter. Dem arbeitslosen Vater bleibt nichts anderes übrig, als eine Stelle als Transporteur anzunehmen und seine Kinder alleine zu Hause zu lassen. In seiner Verzweiflung wendet er sich an das Sozialamt, das seinen Fall beurteilt und den Verein Kiswendsida bittet, eines der Kinder aufzunehmen. 2012 darf Stephan als 7jähriger ins Heim eintreten. Er ist von Natur aus ein ruhiges und zurückhaltendes Kind, das sich im Kreise seiner Freunde sehr wohl fühlt. Er hat eine grosse Begabung im Zeichnen, das er gerne zu seinem Beruf als Comic-Regiseur machen möchte.

Salam Barry

6. Juni 2004

Salam wird in Katabtenga in eine polygame Familie hineingeboren. Seine Mutter ist die zweite Frau des Vaters. Sie hat nach Salam drei weiteren Buben das Leben geschenkt. In Salams Familie wohnen auch ein älterer und ein jüngerer Halbbruder. Insgesamt müssen sechs Buben versorgt werden. Die Familie ist nicht sesshaft, sondern wandert von Ort zu Ort, wo immer der Vater als Hirte Arbeit findet. In Kamboinsin hütet er die Zebuherde des Heims Béog-Neeré, wohin ihn Salam begleitet. Da er nicht über die nötigen Mittel verfügt, seine Kinder in die Schule zu schicken, bittet er die Schulleitung um die Unterbringung von Salam und seines älteren Halbbruders Amidou ins Heim. Das Sozialamt prüfte die Umstände und stellte den Antrag, die beiden Geschwister im Zentrum unterzubringen. 2012 werden die beiden Kinder ins Heim integriert. Salim ist ein ruhiger in sich gekehrter Jugendlicher, der sich gut anpasst. Er ist seinem Berufswunsch Spediteur mit der Ausbildung an der ESTH-IHTI, der Formation Professionelle en Transit, einen grossen Schritt nähergekommen.

Jean Coulibaly

24. September 2013

Jean wächst mit seiner kleineren Schwester Yabil in einer glücklichen Familie in Bobo Dioulasso auf. Sein Vater verunglückt 2018 so schwer, dass er an den Folgen der Verletzungen, trotz den Bemühungen der Ärzte, stirbt. Die Mutter wird von ihrer Familie gezwungen, ihre beiden kleinen Kinder ins Dorf der Grosseltern väterlicherseits zu bringen und sich danach ihrer angestammten Familie anzuschliessen. Der Grossvater, 75jährig, der über keinerlei finanziellen Mittel verfügt, alt, schwach und völlig überfordert ist, kann den beiden Kinder nicht gerecht werden. Er nimmt Kontakt mit dem Vorsitzenden von Kiswendsida auf und bittet darum, Jean ins Zentrum Béog-Neeré bringen zu dürfen. Seit September 2021 wohnt Jean im Heim, wo er sich sehr wohl fühlt. Ebenfalls im Heim wohnt sein Cousin Oumar Cheick Coulibaly. Er möchte Polizist werden.

Moïse Komboigo

25. Februar 2012

Moïse wird in Batono als fünftes Kind geboren. Die Familie siedelt bald an die Elfenbeinküste um, wo sich der Vater auf verschiedenen Plantagen anstellen lässt und auf ein besseres Leben hoffen. Der Vater wird 2017 von einer giftigen Schlange gebissen und wird von Nachbarn in ein weit entferntes Krankenhaus gebracht. Da er über keine finanziellen Mittel verfügt, können die Krankenpfleger nichts mehr für ihn tun und er verliert sein Leben. Die Mutter, die zur gleichen Zeit mit Moïse und der kleinen Schwester in Burkina ihre Eltern besucht, kann die Reisekosten nicht aufbringen, um ins Gastland zurückzukehren. Nur durch die Unterstützung der Nachbarn auf der Plantage, können die dagebliebenen Kinder nach Burkina zurückkehren. Die ältesten drei Kinder suchen selbstständig nach Arbeit, während die Mutter Moïse und seine Schwester zu den Grosseltern mütterlicherseits bringt. Leider ist die Grossmutter bereits gestorben und der Grossvater hat wieder geheiratet und sieht sich nicht in der Lage, für seine Familie und die seiner Tochter zu sorgen. Die neue Frau macht Moïse das Leben schwer und er treibt sich in den Goldgräberstätten herum. Der Grossvater bemerkt, dass sein Enkel traumatisiert ist und seine Ausbildung gefährdet. Daraufhin wendet er sich an das Sozialamt und bittet um Hilfe. Nachdem die schwierige Situation von Moïse analysiert ist, darf er zum Schuljahresbeginn 2021 ins Heim eintreten. Er ist ein ruhiges, geselliges und respektvolles Kind. Er möchte Polizist werden.

Souhaïbou Nana

17. Juli 2011

Souhaïbou wird in Ouagadougou in eine sehr grosse Familie hineingeboren. Nach dem Tod des Grossvaters liegt die ganze Verantwortung, der mit über einem Dutzend Personen bestehenden Haushalt, bei Souhaïbous Vater. Der hat keine feste Anstellung und verdient sein Geld mit der Herstellung von Ziegeln. Die schulpflichtigen Kinder besuchen zunächst die Schule in einer Medresa für Französisch und Arabisch. Mit der Zeit ist der Vater nicht mehr in der Lage, die Schule für alle Kinder zu bezahlen. So brechen die älteren Kinder den Schulbesuch ab und schauen sich nach kleinen Berufen um. Souhaïdou, noch als einziges Kind der Familie in der Schule, wird immer wieder von dieser verwiesen, weil das Schulgeld nicht regelmässig bezahlt wird. Er gerät mehr und mehr in schlechte Gesellschaft und die Mutter fürchtet, dass er ein Strassenkind werden würde. Die Mutter unterstützt ihren Mann mit traditionellen Webarbeiten und geht putzten. Trotzdem bleibt die finanzielle Situation in der Familie gespannt. Einer der Zwillinge wird sehr schwer krank. Das Geld fehlt für die teuren Medikamente und so begibt sich die Mutter zum Sozialamt, wo sie kostenlos Medikamente bekommt. Bei diesem Besuch nützte die Mutter die Gelegenheit und fragt für Entlastung für ihre Familie. Das Sozialamt wendet sich an den Verein Kiswendsida, der sich nach Abklärungen bereit erklärt, Souhaïbou in Béog-Neeré aufzunehmen. Er lebt seit 2020 im Heim und hat sich sehr gut eingelebt. Er möchte Polizist werden.

Arouna Ouédraogo

17. Januar 2015

Arouna wird als viertes Kind in der Gemeinde Mané geboren. Nach drei Jahren bekommt er noch einen Bruder. Um die Familie zu ernähren, arbeitet der Vater auf dem Feld. Da diese Arbeit zu wenig Geld einbringt, geht er als Fremdarbeiter an die Elfenbeinküste, um auf einer Plantage zu arbeiten. Wann immer er kann, überweist er der Familie Geld. Er bemüht sich sehr, seiner Familie das Überleben zu sichern. Schliesslich wird er schwer krank. Da er über keine finanziellen Mittel verfügt, kann er sich in kein medizinisches Zentrum begehen. Von Freunden seines Dorfes wird er nach Burkina zurück gebracht, wo er bald darauf stirbt. Arounas Mutter weigert sich nach dem Tod ihres Mannes dessen Bruder zu heiraten, der arbeitslos ist und bereits drei Frauen und über ein Dutzend Kinder hat. Auch der jüngere Bruder ihres Mannes verstösst sie. Die Familie weigert sich, ihr bei der Beschaffung der Geburtsurkunden ihrer Kinder zu helfen. Auch die Sterbeurkunde ihres Mannes geben sie nicht heraus. Einzig bei ihrer Familie erhält sie manchmal Unterstützung bei der Betreuung ihrer Kinder. Sie flieht nach Ouagadougou und verkauft Sand, den sie mit blossen Händen vom Boden kratzt. Sie putzt in Häusern und betätigt sich als Wäscherin. In Sorge um ihre Kinder, erzählt sie einer Person von ihrer Not und hört das erste Mal vom Heim Béog-Neeré. Angesicht der Dringlichkeit und dem bevorstehenden Schulbeginn stimmt die Vereinigung Kiswendsida nach der Prüfung des Sozialamts, der Unterbringung eines der Kinder zu. Arouna lebt seit September 2020 im Heim. Anfangs war er ängstlich, zurückhaltend und sehr ruhig. Heute ist er fröhlich und sehr verspielt. Er möchte Soldat werden.

Marie Gabriel Sawadogo

21. Mai 2008

Gabriel wird als erstes von drei Kindern in Ouagadougou geboren. Sein Vater wird gleich nach der Ausbildung zum Soldat 2011 aus der Armee ausgeschlossen. Um seine Familie zu unterstützen, nimmt er verschiedenste Gelegenheitsarbeiten an. Die Arbeitslosigkeit belastet ihn sehr und er wird krank. Das Leiden schwächt ihn immer mehr und er kann sich immer weniger um seine Familie kümmern. Sein Einkommen erlaubt ihm auch nicht, einen Spezialarzt aufzusuchen. Zu den gesundheitlichen Schwierigkeiten kommen auch die Sorgen um Nahrung und der Besuch der Schule hinzu. Die Mutter versucht, Hilfe von verschiedensten Institutionen zu bekommen, um ihre Kinder vor dem Hungertod zu retten. Die einzige Hilfe kommt von einer Tante, die das wenige, das sie hat, mit der Familie teilt. Die Mutter spricht auch beim Gesundheitsamt vor, um Unterstützung für ihren Mann zu bekommen. Gabriels Vater spürt, dass seine Krankheit von Tag zu Tag schlimmer wird und er begannt mit seiner Frau nach Lösungen zu suchen. Er kommt auf die Idee, für seinen Sohn eine Unterbringung in einem Pflegezentrum zu finden. Er wendet sich an eine kirchliche Institution, die aber nur muslimische Kinder aufnahmen. Ein Erzieher dieses Zentrum begleitete ihn auf das Sozialamt und dort erfährt er vom Heim Béog-Neeré. Der tiefe Wunsch des Vaters, noch vor seinem Tod einen Platz für Gabriel gefunden zu haben, erfüllt sich 2021. Gabriel ist gut ins Zentrum integriert, ist mitfühlend seinen Kameraden gegenüber und liebt die vielen Aktivitäten im Heim. Er möchte Automechaniker werden.

Oumar Cheick Coulibaly

8. Oktober 2014

Oumar wird in Péni in eine polygame Familie hineingeboren. Seine Mutter ist die zweite Frau seines Vaters. Leider wird sein Vater, der Ladenbesitzer ist, sehr krank. Er gibt die gesamten Einnahmen aus dem Laden zur Heilung seiner Krankheit aus, bis nichts mehr übrig bleibt. Oumars Mutter verlässt schliesslich die Familie. Dem mittellosen Vater bleibt nichts anderes übrig, als zu seiner Familie zurück zu kehren. Nach vier schwierigen Jahren muss sich der mittellose Grossvater eingestehen, dass er die Last nicht mehr tragen kann. Er wendet sich an den Verein Kiswendside, um einen Platz für Oumar in Béog-Neeré zu beantragen, dem 2021 stattgegeben wird. Oumar lebt seither mit seinem Cousin Jean im Heim. Er möchte Polizist werden.

Unsere Kinder in Ausbildung

Unsere fröhliche Kinderschar

Gruppenbild

Jedes Jahr beginnen einige Jugendliche eine Berufsausbildung, gehen auf eine Universität oder besuchen eine höhere Schule. Sie wohnen nicht mehr im Heim Béog-Neeré, sondern werden ihren Fähigkeiten entsprechend in Institutionen, bei ihren Eltern oder Verwandten untergebracht. Diese Jugendlichen werden weiterhin von unserem Verein Kiswendsida besucht und betreut. Es werden regelmässig Gespräche mit den Lehrern und den Ausbildnern geführt. Auch die Ausbildungskosten werden vom Verein übernommen.

Souleymane Garané

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2012 tritt Souleymane ins Heim ein. 2019 verlässt er das Heim und kehrt nicht mehr dahin zurück. Schon längere Zeit hat er an den Aktivitäten des Heims nicht mehr teilgenommen. Seine Familie, die in Ouagadougou lebt, bekundet Mühe mit seinem Benehmen. 2022 wird es von einer Delegation vom Heim besucht. Souleymane hat die Lehre als Schweisser begonnen. Die Besucher freuen sich über die Wahl des Berufes. Leider hat Souleymane keinen Schulabschluss und er wird aufgefordert, Abendkurse zu besuchen und den Abschluss nachzuholen.

Was ich werden möchte: Schweisser
Lieblingssport: Ballspiele/Fussball
Mein Baum: Flamboyant - Flammenbaum

Samadou Sawadogo

31. Dezember 2005

Seit seinem neunten Lebensjahr verbringt Samadou sein Leben im Heim. Er besucht die Schule Maurice Lack. Früher lebte er mit seinen Geschwistern bei den Eltern. Gerne hätte er wieder Kühe und Hühner.

Was ich werden möchte: Polizist
Mein Lieblingssport: Fussball
Mein Baum: Mango

Mamadou Tassembédo

25. August 2008

In seinem 6. Lebensjahr kam Mamadou ins Heim, wo er sich sehr wohl fühlt. Mit drei kleineren Brüdern lebte er zuvor Zuhause.

Was ich werden möchte: Polizist
Mein Lieblingssport: Ballspiele
Mein Baum: Mango

Mahamado Tiemtoré

31. Dezember 2006

Seit seinem 6. Lebensjahr lebt Amadou im Heim. Er hat fünf ältere Geschwister. Gerne hätte er wieder einen Hühnerhof. Er besucht die Schule Maurice Lack.

Was ich werden möchte: Gebäudeelektriker
Mein Lieblingssport: Fussball
Mein Baum: Anacardier - Cashewbaum

Razac Sawadogo

27. Juni 2007

Razak wird in Ouagadougou als erstes Kind seines Vaters geboren. Sein Vater ist Fahrer in einer Eisenfabrik. Seine Eltern sind nicht verheiratet, da sich der Vater nicht dazu durchringen kann. Razaks Mutter will unbedingt die Heirat erzwingen und droht, zu ihrer Familie zurückzukehren. Sie hofft, dass der Vater einwilligen würde, bevor sie in den Bus steigen würde, was sie dann auch tut. Nach einiger Zeit kehrt die Mutter zurück zu ihrem Mann, der jedoch von der Mutter nichts mehr wissen will. Die Mutter bringt darauf hin das achtzehn Monate alte Kind zu ihrer Mutter. Sie verlässt Razak, der sie nie wieder gesehen hat. Razaks Vater heiratet und aus dieser Ehe gehen zwei Halbbrüder und eine Halbschwester heraus. Die Grossmutter, eine Kräuterverkäuferin, kann Razak nicht regelmässig in die Schule schicken. Er beginnt ein Leben auf der Strasse zu führen. Die Grossmutter sorgt sich über die Entwicklung ihres Enkels und teilt sich der Mutter von Tasseré Kinda, der im Zentrum Béog-Neeré wohnt, mit. Tasseres Mutter besucht das Zentrum und schildert der Heimleitung die Situation von Razak. Das Dossier von Razak wird der Vereinigung Kiswendsida vorgelegt und nach den nötigen Abklärungen wird Razak 2014 als neues Familienmitglied im Heim willkommen geheissen. Nach der Grundschule entschliesst sich Razak zu einer Schweisserlehre im Ausbildungszentrum der Brüder der Heiligen Familie in Goundy. Er hat das Vorbereitungsjahr erfolgreich abgeschlossen und befindet sich im ersten Jahr seiner Schneiderlehre. Razak ist ein ruhiger und respektvoller Jugendlicher.

Marius Tiemtoré

31. Dezember 2011

Marius wird in Ouagadougou als zweites Kind geboren. Die Eltern reisen an die Elfenbeinküste, wo der Vater als Hilfsarbeiter auf einer Plantage eingestellt wird. Nach einigen Jahren erwirbt er eine eigene Plantage, auf der die Familie glücklich lebt. Er arbeitet hart um auch die Familien in Burkina Faso zu unterschützen. Der Vater erkrankt schwer und bald sind die Ersparnisse aufgebraucht. Die Familie beschliesst, nach Hause zurück zu kehren, doch der Vater stirbt noch vor der Reise. Marius Mutter ist mit dem dritten Kind im achten Monat schwanger. Zurück in Burkina Faso lässt Marius Mutter die Kinder bei der Familie väterlicherseits zurück, heiratet erneut und geht mit dem neuen Ehemann zurück an die Elfenbeinküste. Einer von Marius Onkel reiste an die Elfenbeinküste und verkaufte die Plantage seines verstorbenen Bruders, ohne die Familie zu informieren, die auf die Einkünfte der Plantage angewiesen sind. Marius Tanten beschliessen, die Kinder unter sich aufzuteilen. Er und seine ältere Schwester werden von einer Tante aufgenommen, die verwitwet ist und selber vier Kinder hat. Sie arbeitet als Putzfrau bei Ordensschwestern. Ihr Gehalt reicht für sieben Personen nicht aus. Sie wird im Sozialamt vorstellig und erbittet um Unterstützung. Für Marius wird Ende 2017 Béog-Neeré zu seinem neuen Zuhause. Nach drei Jahren kehrt Marius auf Wunsch seiner Tante zurück in die Familie. Seine nur dreizehnjährige Schwester wird schwanger und Marius darf nicht mehr mit ihr sprechen. Er wird zu seinem Onkel gebracht, der ihn schwer misshandelt. Er läuft weg und versteckt sich auf der Strasse. Der Verein Kiswendsida begibt sich auf die Suche nach ihm. Nach Gesprächen wird Marius im Zentrum in Goundy für die Lehre als Motorradmechaniker angemeldet.

Epiphane Ilboudo

17. Mai 2005

2012 trat Epiphane ins Heim ein und besucht die Schule Maurice Lack. Vor dem Heim lebte er mit drei Geschwister bei seinen Eltern. Gerne hätte er Tiere auf dem Heimareal.

Was ich werden möchte: Polizist
Mein Lieblingsfach:
Mein Lieblingssport: Fussball
Mein Baum: Mango

Omar Cheick Ilboudo

13. Dezember 2004

Omar wird als erstes Kind in Koubri geboren. Er hat einen kleinen Bruder sowie einen Halbbruder. Omars Vater hat nie die Chance erhalten, eine Schule zu besuchen. Er versucht sich im Handel, scheitert aber kläglich. Auf der Suche nach Arbeit zieht er zunächst alleine in eine ländliche Gegend, wo er eine kleine Parzelle erhält. Er holt seine Familie zu sich. Als Omar schulpflichtig wird, bringt ihn sein Vater zu seinen Grosseltern nach Samandin und meldet ihn dort zur Schule an. Zwischen den Eltern gibt es nach einigen Jahren Unstimmigkeiten, da die Mutter zurück in die Stadt ziehen will. Der Vater versucht seine finanzielle Situation zu verbessern, aber die Mutter ist unnachgiebig und verlässt ihre Familie. Der Vater bringt nun auch den Zweitgeborenen zu den Grosseltern. Er heiratet erneut und bekommt einen dritten Sohn. Die Grossmutter hat Schwierigkeit, die beiden Grosskinder zu versorgen. Sie ist Verkäuferin auf dem nahen Markt und die Kinder sind oft auf sich alleine gestellt. Sie beginnen immer mehr, ein Leben auf der Strasse zu führen. Die Grossmutter ist verzweifelt und vertraut sich einer Bekannten an. Die fühlt mit der Grossmutter und beschliesst, ihr zu helfen. Sie kennt das Zentrum Béog-Neeré und nimmt Kontakt mit der Heimleitung auf und bittet um Unterbringung der Kinder. Nach den üblichen Abklärungen wird Omar im 2012 aufgenommen. Omar ist ein respektvolles und fleissiges Kind mit gutem Benehmen. Im Moment lebt er in Ziniaré und bildet sich im Centre de formation professionelle de Référance zum Elektriker aus.

Gaëtan Yameogo

5. August 2005

Gaëtan wird als viertes Kind in Ouagadougou geboren, wo er mit seinen Eltern und seinen zwei älteren Brüder und der älteren Schwester lebt . Der Vater ist in einem öffentlichen Dienst als Fahrer angestellt. Nach einigen Jahren hat er Probleme mit den Augen. Er müsste sich die Augen operieren lassen, was er sich aber nicht leisten kann. So versucht er es mit einer traditionellen Behandlung. Seine immer schwächer werdende Sehkraft hindert ihn daran, seiner Arbeit als Fahrer nachzugehen, worauf er seine Arbeit verliert. Die Verantwortung der Familie fällt ganz auf die Mutter, die als Wäscherin und Raumpflegerin arbeitet. Später wird sie auf einem Bauernhof angestellt, um sich um Ochsen zu kümmern. Die Situation der Familie verbessert sich nicht. Zu all den Schwierigkeiten wird das Haus, in dem sie wohnen, durch einen Brand zerstört. Der Ehemann der Schatzmeisterin des Vereins Kiswendsida kennt die Sorgen der Familie und erzählt vom Heim Béog-Neeré. Die Mutter ergreift die Gelegenheit und schildert dem Verein ihre Schwierigkeiten. Sie wird ans Sozialamt verwiesen und stellt den Antrag, Gaëtan in Béog-Neeré unterbringen zu dürfen. Das Sozialamt stimmt dem Antrag zu und Gaëtan wird im September 2010 im Heim willkommen geheissen. Anfänglich ist er unruhig und scheu. Heute ist er ein umgänglicher, fröhlicher Jugendlicher mit einem guten Benehmen. Er bildet sich im Centre de formation professionelle de Référance in Ziniaré als Feinmechaniker aus.

Unsere Kinder damals