Jahresbericht 2022

Gerne überbringe ich den Gruss und die Dankesworte aus Béog-Neeré.

Zu Beginn des Schuljahres 2021/2022 wohnten 28 Kinder (28 Kinder im Vorjahr) im Heim. Mit der Entlassung zweier Internatsschüler, die im Dezember 2021 aus dem Heim verwiesen wurden, verringert sich die Zahl der Internatsschüler bis Ende des Schuljahres auf 26. 13 Kinder (im Schuljahr 2021/2022 13 Kinder) besuchten die Schule Maurice Lack und 10 Kinder (im Schuljahr 2021/2022 10 Kinder) gingen in das Lyceé de L’Alliance Chrétienne (LAC), eine weiterführende Schule gegenüber dem Heim. 5 Kinder besuchen verschiedene höhere Schulen in Kamboinsin.

Unser Verein kommt im Jahr 2022 für 36 Kinder und Jugendlichen (im Vorjahr 36) auf.

Mit dem Wegzug von Omar Ilboudo, Gaëtan Yaméogo und Amadou Tiemtoré in das Centre de Formation de Référence de Ziniaré verringert sich die Zahl der Heimkinder im Oktober 2022 auf 23. Nur noch 7 Schüler gehen ins Lyceé de L’Alliance Chrétienne (LAC) gegenüber dem Heim Béog-Neeré.

Anfang des neuen Schuljahrs 2022/2023 haben einige Kinder den schützenden Rahmen des Heims verlassen. Von den 12 Externen Jugendlichen (im Vorjahr 8 Externe Jugendliche) für die wir die Schule, zum Teil die Unterkunft und das Essen bezahlen, hat sich bis Ende 2022 einiges getan.

Alex Ilboudo verliess das Heim nach drei Jahren und kehrte zurück in seine Familie die in der Gemeinde Sing-Naba wohnt.
Razac Sawadogo, 15jährig, wechselte nach 7 Jahren im Heim in eine Lehrwerkstatt in Goundy, in der er zum Schweisser ausgebildet wird.
Marius Tiemtoré, 10jährig, wechselt von der Ecole Primair Songré de Kossogin ebenfalls ins Zentrum in Goundy. Er wurde von seiner Familie nach dem Tod des Vaters verstossen und wurde in einer befreundeten Familie untergebracht, wo er körperlichen Misshandlungen ausgesetzt war.
Amidou Barry, 19jährig, beendete erfolgreich das Praktikum in einer Schneiderei. Er lebt in der Familie seines Onkels, dem jüngeren Bruder seines verstorbenen Vaters. Er besucht jedoch das Heim, wenn immer möglich, mehr als einmal in der Woche. In der kleinen Schneiderwerkstatt flickt er die Kleider seiner Kameraden und fertigt auch die neuen Schuluniformen an.
Epiphane Ilboudo, der im Dezember 2021 vom Heim verwiesen wurde, besucht eine Tagesschule und wohnt bei seinen Eltern in Pissy. Er möchte eine technische Ausbildung zum Elektriker beginnen.
Omar Ilboudo, 17jährig, wechselte im Oktober vom Heim ins Centre de Formation de Référence de Ziniaré. Er studiert Gebäudeelektronik.
Gaëtan Yaméogo 17jährig, wird seine nächsten Jahre ebenfalls im Centre de Formation de Référence de Ziniaré verbringen.  Er studiert Feinmechanik im ersten Jahr
Amadou Tiemtoré, 15jährig, hat die Prüfung als Gebäudeelektriker im Lysée Technique et Professionell Saint Grégoire beim zweiten Anlauf erfolgreich abgeschlossen und wohnte bis zum Abschluss im Juni im Heim. Auch er wurde im Centre de Formation de Référence de Ziniaré untergebracht. Er bildet sich in der Gebäudeelektronik weiter.
Julien Ouédraogo, 19jährig, studierte am College Etablissement la verdure in Kilwin. Er bestand leider die Matura nicht und hat den Mut verloren, diese nachzuholen. Er möchte neu eine Lehre zum Elektriker beginnen.
Idrissa Sana, 28jährig, studiert im 5. Jahr Geologie an der Uni Joseph Ki-Zerbo de Ouaga in Tanghin. Wir freuen uns, dass er zum Bachelorstudium in Geologie zugelassen wurde.
Hassan Tassembédo, 23jährig, studiert im 3. Jahr angewandte technische Wissenschaft an der Uni Joseph Ki-Zerbo de Ouaga in Tanghin. Leider wurde sein Studienjahr als Ganzes nicht anerkannt und so wiederholt er das Jahr noch einmal.
Michael Zongo, 23jährig, studiert im 3 Jahr Economie an der Uni Thomas Sankara Ouaga II in Samandin.

Externe in Berufsbildungswerkstätten oder Selbsterwerbstätige, die immer noch vom Verein regelmässig 2-3 Mal im Jahr besucht und zum grossen Teil finanziell unterstützt werden.

Souleymane Garané, 15jährig, absolviert seine Lehre als Schweisser in Zagtouli, in seinem Wohnort Zagtouli.
Abdoul Samadou Sawadogo, 16jährig, ist Mechaniker für grosse Maschinen. Im Moment arbeitet er bei seinem Onkel und verkauft Schrott, da er in seinen Beruf zu wenig Kunden hat, um zu überleben.
Mamadou Tassembedo musste das Heim im Dezember 2021 verlassen. Er wurde in die Schule seines Heimatdorfes eingeschult und wurde bis zum Ende des Schuljahres durch den Verein Kindwendsida betreut. Ab Oktober besucht er keine Schule mehr, sondern absolviert eine Ausbildung als Hühnerzüchter bei seinem Onkel.

Die beiden untenstehenden Jugendlichen werden nicht mehr in einer Liste erwähnt. Was genau mit ihnen geschehen ist und wo sie sich aufhalten, entzieht sich unseren Kenntnissen.

Arthur Ouédraogo, 17jährig, ist bereits im 3. Lehrjahr als Schweisser im Centre de Goundy??
Tasséré Kinda, 20jährig, hat seine Lehre als Schweisser im Centre de Goundy erfolgreich beendet.

Leider erkrankten 11 Kinder im Laufe des Jahres an Malaria. Zum Teil mussten sie sich in Spitalpflege begeben. Christoph Traoré und Jean Coulibaly klagten über Zahnschmerzen. Beiden Kindern wurde in der Clinique secours dentaire je 2 Zähne im Unterkiefer gezogen. Einige der Kinder klagten über Kopf- und/oder Bauchschmerzen, manche mussten eine Angina auskurieren und wieder andere verstauchten sich die Glieder. Nourou Tiemtore erkrankte als einziger der Kinder an Covid 19. Er wurde im Krankenzimmer untergebracht und von den anderen Kindern getrennt.

Amidou Barry wird in regelmässigen Abständen im Krankenhaus von Yalgado untersucht und überwacht. Er leidet an der seltenen Sichelzellenanämie, die ihm oft sehr grosse Schmerzen bereitet.

Solange Tassembedo, unsere Direktorin, musste ebenfalls eine Malariaerkrankung über sich ergehen lassen und Razmata Zongo, die Betreuerin, wurde von den Windpocken heimgesucht. Die Köchin Haoua Ouédraogo erkrankte an Covid 19 und wurde unter Quarantäne gestellt. Allen geht es wieder sehr gut.

Alle Kinder und das gesamte Personal mussten sich am 18. Januar einem PCR-Screeningtest unterziehen, der am 27. Januar wiederholt wurde. Das war eine Massnahme, die Marianne Theurer und ich im Hinblick auf unsere Reise nach Burkina verlangten. Auch wir unterzogen uns dieser Tests. Diese Tests kamen auf CHF 3'600 zu stehen.

Immer wieder werden wir über den Tod eines Eltern- oder Grosselternteils informiert. Im Jahr 2022 verstarb der Vater von Christoph Traoré und die Grossmutter von Alfred Kaboré.

Personelles
Im und für das Zentrum arbeiteten 18 Personen (im Vorjahr 20), für deren Lohn wir aufkamen. Der Vorstand von Kiswendsida, mit Joanny Tabsoba als Präsident, und Béatrice Monné als Quästorin sind für einen reibungslosen Betrieb im Heim besorgt. Rose-Marie Traoré hat sich Mitte 2021 ganz zur Ruhe gesetzt. Unterstützt wird der Vorstand durch den Sekretär Job Armand Kanaba, der alle Berichte verfasste und an den Sitzungen anwesend war. Im Heim arbeiten unter der Leitung der Direktorin Solange Tassembedo 10 Vollzeit- und 5 Teilzeitangestellte. Einige Teilzeitstellen wurden nicht mehr besetzt.

Ende 2022 kündigte die Betreuerin Razmata Zongo ihre Stelle. Die Stelle von Mamounata Sawadoga, Surveillante Générale wurde auf Drängen vom Marianne und mir aufgehoben. Diese Stelle sollte von einem geeigneten, vielseitig begabten Hauswart besetzt werden. Das Arbeitsverhältnis mit dem Gärtner Salifou Siniaré konnte nicht mehr aufrechterhalten werden, da er zu grosse Lohnansprüche geltend machte. Einzelne kleinere Mandate wurden das ganze Jahr über von Joanny Tabsoba an geeignete Personen vergeben.

Einen sehr grossen Wert wird der Hygiene zugeschrieben. Béatrice Monné erhielte im Januar 2022 Unterstützung von Charles Walbéogo Ouedraogo, einem Gesundheitsbeamten. Regelmässig unterrichtet sie die Mitarbeiter und die Kinder in theoretischen und praktischen Aspekten der Hygiene. Es geht um Körper, Kleidung und sanitäre Einrichtungen. Zweimal täglich duschen die Kinder. Jedes Wochenende werden die Kleider gewaschen. Das Händewaschen gehört bereits zur Normalität. Jedes Jahr zeigt Béatrice Monné den Kindern den genauen Umgang mit den Moskitonetzen. Sie klärt die Bewohner des Heims über die Krankheit Malaria auf und zeigt Vorkehrungen auf, wie man sich dagegen schützen kann. In Burkina besteht eine Impfpflicht, die je nach Wirkungsdauer wiederholt werden muss.

Um der Malaria vorzubeugen erhielt jedes Kind im Mai 2022, wie bereits im letzten Jahr, imprägnierte neue Moskitonetze. Kostenpunkt CHF 2'000.

Unser eingezäuntes Gelände ist in etwa zwei gleich grosse Flächen geteilt.

Im 1. Hof stehen die Schlafräume, das Sekretariatsgebäude, die Küche, zwei Paillottes, WC’s, Duschen und die Schule Maurice Lack. Hier befindet sich auch der handbetriebene Brunnen.
Im 2. Hof steht das Magazin, der Hühnerstall und der zurzeit ungenutzte Schweinestall. Der solarbetriebene Brunnen befindet sich neben dem Gemüsegarten, der mit einem Zaun vom Rest abgetrennt ist. Der Gemüsegarten nimmt etwa ein Drittel des zweiten Hofes ein.

Der Gemüsegarten wurden von Januar bis April 2022 unter der Leitung des Gärtners Salifou Siniaré in eine grüne Oase verwandelt. Es wurden 7 verschiedene Gemüsesorten angepflanzt und geerntet. Nach dem Weggang des Gärtners Ende April, verwilderte der Garten zusehends. Noch in der Regenzeit pflügten die Kinder einen Teil des Gartens um und säten Mais an. Unter der Leitung von Richard Kafando wurden noch Zwiebeln, Salat, Kohl und Aubergine ausgesät. Die Setzlinge wurden pikiert und in die vorbereiteten Beete gepflanzt.

Sommercamp, Feriencamp, Camp vacance
Bereits konnte das 5. Sommercamp durchgeführt werden. Im Januar 2022, anlässlich des Besuches von Marianne und mir, wurde die Dauer des Camps um 2 Wochen auf neu 6 Wochen verlängert. Grund dafür war die Erkenntnis, dass die Kinder oft krank und ausgehungert von den Sommerferien ins Heim zurückkehrten. Das Sommercamp wurde in zwei Phasen eingeteilt. Der erste Teil fand vom 20. Juni - 10. Juli 2022 zu Beginn der Sommerferien und der zweite Teil vom 8. - 29. September 2022 vor Beginn des neuen Schuljahres statt. Die Kinder wurden wie immer in 4 Gruppen eingeteilt. Die Kosten für das Sommercamp beliefen sich auf CHF 1'534.00.

Feldarbeit im zweiten Hof
Die Feldarbeit begann am 25. Mai mit der Rodung der Anbaufläche. Für zwei Tage wurde ein Esel mit Pflug gemietet, damit die Kinder im Juni mit der Aussaht der Bohnen- und Erdnusskörner beginnen konnten. Es wurden auch Süsskartoffeln gesteckt. Im September und Oktober ernteten sie die Produkte des Feldes. Es konnten 25 kg Erdnüsse, 36 kg Bohnen und 47 kg Kartoffeln geerntet werden. Diese Arbeiten fanden zum grössten Teil im Rahmen des Sommercamps statt.

Verschiedene Werkstätte
In der ersten Phase des Feriencamps durften die Heimbewohner ihrem Berufswunsch nachgehen. 4 Kinder wollten das Kleben von Reifen im Atelier von Moumouni Kanazoé erlernen. 4 weitere Jugendliche interessierten sich für die Motorradmechanik im Atelier von Alexandre Kabré. Im Workshop von Pascal Ouiya, unserem Nachtwächter und Vater von Richard, einem unserer Buben, wurden die Kleinsten in die Reinigung von Motorrädern eingeweiht. 2 Jugendliche schnupperten mit grösstem Vergnügen im Coiffuresalon von Mohamed Sawadogo, der im Übrigen allen unseren Kindern die Haare schneidet. Alle diese Schnupperlehren fanden an 2 – 4 Tagen statt.

Alfred Kaboré und Sidwaogo Ziwaga, die bereits seit einem Jahr am Lycée Privé de Formation Technique Elektromechanik studieren, bekamen ein 5wöchiges Praktikum in der Autowerkstatt von Saïdou Miningou.

Besuche in 2 Werkstätten ehemaliger Heimbewohner
In der zweiten Hälfte des Sommercamps besuchten die Kinder 2 Ateliers ehemaliger Heimbewohner, die sich erfolgreich im Wettbewerb mit anderen Betrieben eine Existenz aufgebaut haben. Nikièma Daniel war im 2000 nur 4 Monate im Heim, da es zu dieser Zeit keinen Platz für ein neues Kind gab. Da er Vollwaise war, wurde für ihn durch den Verein Kiswendsida eine Pflegefamilie gesucht, wo er als Externen von der gesamten Infrastruktur des Heimes profitieren konnte. Er schloss 2013 sein Universitätsstudium erfolgreich ab. Heute ist er Ingenieur für Elektrotechnik und erneuerbare Energie. Der nächste Besuch galt William Tapsoba, der 5 Jahre im Heim lebte, bevor er wieder in seine Familie zurückkehrte. Sein Entschluss, eine Lehre in einer Glaserei und Aluminiumtischlerei zu starten, wurde von Kiswendside und vom Verein voll unterstützt. Als Jungunternehmer gründete er 2010 seinen ersten Betrieb und beschäftigt heute 7 Personen an zwei Standorten.

Fussballtraining
Die Einführung in das Fussballspiel wurde von zwei Trainern, Sié Parfait Palm und einem Mitarbeiter von Zenith Sport Management (ZSM) gegeben. Mit grossem Eifer trainierten 8 der ältesten Kinder in der ersten Phase des Sommercamps während neun Tagen 2 ½ Stunden täglich das Fussballspiel. Im zweiten Teil durften 10 der kleineren Kinder während 12 Tagen ins Fussballtraining. Maxim Ouédraogo, Omar Ilboudo, Gaïtan Yaméogo und Brayan Ouédraogo wurden von den Trainern als sehr talentiert bezeichnet.

Informatik
Unter der Leitung von Youssouf Barry, einem Informatiker, wurden während 4 Wochen an je 2 Nachmittagen die ältesten Kinder in die Geheimnisse des Computers eingeführt.

Kompostgrube
Im Februar durften Marianne und ich beim Einfüllen der Kompostgrube dabei sein. Alle Kinder, gross und klein, setzen den Kompost mit Gräsern, Stroh und Eselsmist neu an. Die ganze Arbeit findet in einem grossen, hohen betonierten Viereck statt, das im zweiten Hof steht. Unter der Anleitung von Drissa Coulibali wird zuerst der Innenmauer entlang ein Pulver gegen die Termiten gestreut. Auf den Boden wird danach eine dünne Schicht Asche verstreut, die die Kinder, die diese Arbeit zum Teil mit blossen Händen machen, völlig einnebelt. Nur einige wenige Kinder schützen ihre Hände mit Handschuhen, aber alle tragen Gummistiefel. Eine erste Schicht Stroh und Heu wird eingefüllt, von Plastikteilen und verschiedenem Unrat befreit und sofort mit vollem Körpereinsatz festgestampft. Die Kinder hüpfen und springen mindestens fünf Minuten, bevor das verdorrte Grünzeug gewässert und noch einmal verdichtet wird. Als zweite Schicht wird der Eselsdung eingestreut, festgestampft und geebnet. So wachsen in der Kompostgrube nach und nach die geschichteten Lagen in die Höhe. Die Grossen füllen die Halme ein und stampfen sie nieder, die Mittleren schaufeln den Eselsdung in einen grossen Handkarren und bringen ihn zur Kompostverarbeitung und die Kleinen schleppen das Wasser in Kübeln einzeln oder zu zweit zur Grube. Die Arbeit ist für alle hart. Nun kann der Gewinnung von natürlichem organischem Kompost nichts mehr im Wege stehen. Anfang Dezember wurde der gewonnen Kompost aus der Grube geschafft und als Erdveredler im Garten, im Feld und für die Pflege der Bäume verwendet. Danach wiederholte sich der ganze Prozess im Dezember 2022 von vorne.

Aufforstung und Pflege der Bäume
Wie immer pflegen die Kinder ihre Bäume selber und während den Ferien werden sie durch den Tageswächter mit dem nötigen Nass versehen. Die Bäume der Kinder stehen im 2. Hof im Gelände oder im Gemüsegarten. Zu den 67 Obstbäumen kommen im Dezember 2022 26 neue Bäume dazu. Sie wurden von der «Amicale des anciens enfants de troupe PMK/section universitaire» gespendet.

Hühnerhof
Im 2021 scharrten etwa 30 Hühner der lokalen Rasse im sauber geschruppten Stall. Im 2022 war der Stall leer bis sich 5 Bibeli, die sich auf das Gelände verirrten. Die Kinder füttern und pflegen die Tiere mit Leidenschaft und Freude.

Die Grusskarten, die wir immer zum Jahresende bekommen, wurden ebenfalls im Sommercamp hergestellt. In Atelierkursen wurden die Buben in Musik, Rhythmus und Tanz unterrichtet. Zweimal im Monat wird das gesamte Gelände von Plastik und Unrat gesäubert. Betreut wurden die Kinder durch Solange Tassembédo, unserer Direktorin, Rasmata Zongo und Drissa Coulibaly sowie den Animateuren der verschiedenen Workshops. Die restlichen 6 Wochen Ferien verbrachten sie bei ihren Familien.

Jahresschlussfest der Schule und Würdigung von Rose-Marie Traoré.
Am 18. Juni 2022 fand die Abschlusszeremonie des Schuljahres 2021/2022 statt. Dabei wurden die besten Schüler jeder Klasse geehrt. Die Zeremonie wurde von Auftritten unserer Bewohner aufgelockert. In diesem fröhlichen Rahmen wurde Rose-Marie Traoré für ihre Arbeit im Zentrum und für ihre Hingabe und Liebe für die Kinder gewürdigt. Es war ein grosser Moment der Freude. Rose liess es sich nicht nehmen, der Vereinigung Kiswendsida für die Anerkennung und für das Vertrauen für all die Kinder, die ihr in vielen Jahren anvertraut waren, zu danken.

Renovation der Küche
Die Küche befand sich bei unserem Besuch im Januar in einem desolaten Zustand. Die Kochplatten waren zerbrochen und abgeschlagen, sodass kein schwerer Topf darauf abgestellt werden konnte. Die Köchinnen verlegten das Kochen wieder ins Freie. Die Schornsteine waren schon bei unserem Besuch 2010 unbrauchbar und wurden bei der Renovation 2022 endlich geflickt. An zwei Seiten des Küchenkomplex wurde eine Plattform angebracht. Im April überwies Marianne CHF 3'675 nach Burkina und die Renovation konnte beginnen.

Trotz Covid 19 wurden die Jahresfeste im kleineren Rahmen gefeiert. Das sind die Festtage der verschiedenen Religionen wie der Ramadan, der Tabaski, ein islamisches Osterfest sowie das Oster- und Weihnachtsfest der Christen.

Im Januar/Februar 2022 besuchten Marianne und ich das Heim. Wir blieben 2 Wochen und genossen jeden Tag, trotz langen Arbeitstagen. Wir durften bei der Einweihung des kleinen Nähateliers, das von Amidou Barry betrieben wird, dabei sein. Wir besuchten Schulen, an denen sich unsere Kinder auf ihre Zukunft vorbereiten. An dieser Stelle möchte ich auf den ausführlichen Reisebericht hinweisen.

Am 24. Mai 2022 besuchten zwei Beamte des Sozialamtes von Sig-Nonghin, Mathias Ilboudo und Safiata Kaboré das Heim. Sie waren im Rahmen zur Erfassung von Aufnahmezentren für bedürftige Kinder auf einer Dienstreise.

Am 8. Mai 2022 liess sich Issa Traoré von ISA International das Heim zeigen. Er wollte mehr über die Struktur und den Aktivitäten unserer Institution erfahren.

Am 6. Dezember 2022 erhielte das Heim Besuch von unseren Nachbarn Hyppolite Some und Michel Dakio, zwei Pädagogen der Schule Lycée de l’Alliance Chretienne (LAC). Sie wollten das Zentrum besser kennenlernen und die Partnerschaft beider Einrichtungen stärken.

Am 22. Dezember 2022 besuchten 10 Studenten der «Amical des anciens enfant de troupe de PMK, Section universitaire» unser Institut. Sie brachten 26 neuen Obstbäumen mit, die sie zusammen mit unseren Kindern sofort pflanzten. Zudem wurde dem Heim Speisen und Seifen übergeben. Danach freuten sich alle auf ein fröhliches und gemütliches Weihnachtsessen.

Der Chramschopf Zollikerberg überwies uns im Juli wieder die grosszügige Spende von CHF 15.000. Hier darf erwähnt werden, dass der Chramschopf seit der Gründung des Kinderheims im Jahre 1994 bis heute CHF 458'000 gespendet hat. Marianne Theurer verkaufte wie jedes Jahr mit grossem Erfolg riesige Mengen an selbstgemachter Konfitüre. Im Gesamten erhielten wir im Kalenderjahr 2022 Spendengelder über CHF 69’629. Wir dürfen seit Jahren auf sehr treue Spender zählen.

Wir haben die Unterhaltszahlungen für Béog-Neeré in zwei Tranchen überwiesen. Am 4. Januar 2022 wurde die erste Tranche von CHF 26’500 überwiesen und im Juni 2022 CHF 27’300 für das 2. Semester. Damit kann der Betrieb reibungsfrei aufrechterhalten werden. Der Unterhalt für Béog-Neeré beläuft sich im Kalenderjahr 2022 auf Total CHF 53'800.

Im Gesamten überwiesen wir für das Jahr 2022 CHF 64’260 nach Burkina. Diesen Betrag gaben wir für den Unterhalt, die Renovation der Küche und diversen kleineren Instandsetzungen aus.

Regelmässig über das Jahr verteilt haben Marianne und ich Ausschusssitzungen zum Wohle unserer Kinder abgehalten. Wir trafen uns 6x zu Besprechungen. Dabei blieb es natürlich nicht, da Mails nach Burkina verfasst und gesendet sowie Mails aus Burkina empfangen und beantwortet werden mussten. Wir betreiben ein reger Austausch mit Joanny Tabsoba. An dieser Stelle möchte ich Marianne ganz herzlich für ihren riesigen Arbeitseinsatz danken wie auch dem übrigen Vorstand für ihre Unterstützung in den Diensten unserer Kinder von Béog-Neeré.

Im Juni 2023 Monika Kessler

Zurück